Entwicklung Neuzulassungen in Österreich 2019-2025

Mehr Elektro‑ und Hybridautos als Verbrenner – Österreichs Neuzulassungen im Überblick

In einem Jahr, das von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt war, erzielte Österreich bei den Pkw-Neuzulassungen einen beachtlichen Aufschwung: Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge erreichte 2025 ein Niveau, das seit dem Vorkrisenjahr 2019 nicht erreicht wurde. Im Vergleich zu 2024 stieg die Gesamtzahl um 12,3 %. Das hat vor allem mit der zunehmenden Beliebtheit alternativer Antriebe zu tun.

Privathaushalte und Firmenflotten

Private Käufer waren besonders aktiv: Im Jahr 2025 wurden 27,5 % mehr Autos gekauft als im Jahr davor. Bei E‑Autos stieg die Nachfrage um 71,5 %, bei Benzin‑Hybriden um 67,4 %. Damit machen alternative Antriebe mittlerweile sechs von zehn neuen Fahrzeugen aus – ein Meilenstein, der das Überholen von Benzin- und Dieselautos markiert. Auch im Unternehmensbereich wuchs die Präferenz für alternative Antriebe: Der Anteil an E‑Autos und Hybriden stieg auf 60,9 % und übertraf damit erstmals den Anteil der Verbrenner. Die beliebtesten Modelle sind Benzin‑Hybride (31,2 %), gefolgt von Elektroautos und herkömmlichen Benzinern mit jeweils etwa 25 %.

Gebrauchtwagenmarkt und Preistrends

Die Gebrauchtwagen bleiben jedoch vorwiegend auf Verbrenner ausgerichtet: Diesel macht noch immer fast die Hälfte der Second‑Hand-Flotte aus, gefolgt von Benziner (36,7 %). Alternative Antriebe haben im Vorjahr zwar an Popularität gewonnen, sind aber mit 15,7 % die Minderheit. Trotzdem ist Österreich in Europa bei gebrauchten Elektroautos gut positioniert: Acht von zehn eingetragenen Gebrauchtwagen sind reine Stromer – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2020 (ein von zehn). Der durchschnittliche Preis für einen gebrauchten Stromer liegt jedoch bei ca. 41.200 €, deutlich höher als die etwa 26.900 € eines vergleichbaren Verbrenners.

Die Preisdifferenz zwischen neuen Elektroautos und Verbrennern hat sich kürzlich verkleinert, während zahlreiche neue, auch preisgünstige Modelle auf den Markt kamen. Der Anteil von E‑Autos an allen Neuwagen stieg damit auf 21,3 % – der höchste Stand in Österreich bisher und etwas über dem EU‑Durchschnitt. Ein Blick nach Europa zeigt starke Unterschiede: Norwegen liegt mit 95,5 % Spitzenanteil an Elektroautos am Markt, gefolgt von Dänemark (67,2 %), Island (38,9 %) und den Niederlanden (36,8 %). Völlig abgeschlagen ist Kroatien mit nur 1,6 %.

Grund für den kleinen Boom im Neuwagengeschäft dürfte die Kaufzurückhaltung der vergangenen Jahre sein. Die Autos wurden länger als ursprünglich geplant gefahren. Aber auch die werden irgendwann zu alt und müssen ersetzt werden. Früher war eine Haltedauer von Neuwägen bei acht Jahren. Das hat sich stark verlängert und liegt nun bei zwölf Jahren. Insofern ist es ein Aufholeffekt, der mit 2026 vermutlich abflauen wird.

EU‑Debatte über Mindestpreis statt Strafzölle

Die EU-Kommission hat nun einen Vorschlag zur Abschaffung der hohen Zölle auf chinesische Elektroautos vorgelegt und stattdessen ein Modell mit „Mindestpreis“ vorgeschlagen. Ziel ist es, die Marktvorteile chinesischer Hersteller zu begrenzen, ohne sie durch zusätzliche Steuern zu belasten. Der aktuelle Zollrahmen sieht für BYD 17 %, für Geely 18,8 % und für SAIC 35,3 % vor – deutlich über dem üblichen Einfuhrzoll von zehn Prozent. Unter dem Mindestpreis‑Vorschlag würden die Hersteller ihre Fahrzeuge zu einem festgelegten Preis in die EU liefern können, ohne zusätzliche Zölle an die Kommission abzuführen. Dies hätte den Vorteil für Produzenten: Sie sparen Zollkosten und erhalten mehr Gewinn. Für Verbraucher bedeutet es jedoch nicht unbedingt niedrigere Preise – chinesische E‑Autos könnten weiterhin teurer bleiben. Der Vorschlag berücksichtigt auch Investitionen chinesischer Unternehmen in der EU; BYD hat beispielsweise seine erste Fabrik in Szeged, Ungarn, errichtet – nur 400 km von Wien entfernt – und bereitet den Serienstart im zweiten Quartal vor.